Hervorgehoben

Das nächste Jahrzehnt

Leselistenthema: Das nächste Jahrzehnt

Eine Leseliste für die nächsten zehn Jahre erscheint vielleicht ein wenig übertrieben, aber man muss ja auch mal groß denken. Tatsächlich ist diese Liste aber auch nur eine charmante Verpackung für meinen „Stapel ungelesener Bücher“ oder meine Lesen-wollen-Liste oder wie auch immer man das adäquat ausdrücken möchte.  Die nachfolgenden Titel will ich teils seit mehreren Jahren lesen… und ich habe dafür eigentlich keine „Deadline“ oder so. In diesem Leben noch. Und vielleicht ja in den nächsten zehn Jahre oder sogar vor meinem dreißigsten Geburtstag.

Diese Liste generiert sich aus Empfehlungen von Freunden, „Tipps“ von Seiten der Universität, Zufällen und regelmäßigen Google-Suchen nach „Büchern, die man gelesen haben muss“ – und dann eben auch gelesen haben will.

Belletristik

Aldous Huxley: Crome Yellow

Alfred Kubin: Die andere Seite

Alfred Uhry: Driving Miss Daisy

Anthony Burgess: Uhrwerk Orange

Arthur Miller: Hexenjagd (22/1/2020)

Barbara Pym: Less Than Angels

Bret Easton Ellis: Die Informanten (3/3/2020)

Charlotte Bronte: Jane Eyre

Christa Wolf: Der geteilte Himmel

Christa Wolf: Kein Ort nirgends

Daphne DuMaurier: Meine Cousine Rachel

Daphne DuMaurier: Rebecca

David Lodge: Die Therapie

David Sedaris: Nackt

E. A. Poe: Der Rabe

Ernest Hemingway: Fiesta

Ernest Hemingway: Männer ohne Frauen

Ernest Hemingway: Wem die Stunde schlägt

Ernest Hemingway: Paris – Ein Fest fürs Leben

Fjodor Dostojewski: Schuld und Sühne

Friedrich Torberg: Der Schüler Gerber (Juni 2020)

F. Scott Fitzgerald: Die Schönen und die Verdammten

Harper Lee: Wer die Nachtigall stört

Haruki Murakami: Sputnik Sweetheart

James Joyce: Ulysses (seien wir ehrlich: das wird eher nicht passieren)

Jane Austen: Emma

Joan Didion: Play It As It Lays

Joan Didion: A Book Of Common Prayer

Joan Didion: Slouching Towards Bethlehem

Joan Didion: Blue Nights

Joey Goebel: Vincent

John Boyne: Der Junge im gestreiften Pyjama

John Irving: Owen Meany

Kurt Vonnegut: Breakfast of Champions

Leo Tolstoi: Anna Karenina

Leo Tolstoi: Krieg und Frieden

Leo Tolstoi: Die Kreuzersonate

Louisa May Alcott: Little Women

Neil Gaiman: American Gods

Nick Cave: Und die Eselin sah den Engel (27/4/2020)

Nick Cave: Der Tod des Bunny Munro

Nick Hornby: A long way down

Patrick Süßkind: Das Parfüm

Oscar Wilde: Ein idealer Gatte

Oscar Wilde: Lady Windmeres Fächer

Raymond Chandler: The Big Sleep

Roald Dahl: Matilda

Stephen King: Misery

Stephen King: Friedhof der Kuscheltiere (6/4/2020)

Stephen King: Cujo

Stephen King: Das Institut

Stephen King: Das Spiel

Stieg Larsson: Millennium-Trilogie

Thomas Mann: Tod in Venedig (8/4/2020)

Thomas Mann: Der Zauberberg

Umberto Eco: Der Name der Rose

Vladimir Nabokov: Ada

Vergil: Änaeis

William Styron: Sophies Entscheidung

Philosophie

Friedrich Nietzsche: Ecce Homo

Friedrich Nietzsche: Genealogie der Moral

Immanuel Kant: Zum ewigen Frieden

Markus Gabriel: Warum es die Welt nicht gibt

Platon: Symposium

Platon: Politeia

tbc

Auch wenn diese Liste mehr oder weniger für mich ist, sind Kommentare, Anregungen und Einsprüche natürlich gerne gesehen!

Jahresrückblick: Meine Autoren 2020

Meine Autoren 2020

Eigentlich ist es schon ein bisschen spät für so einen Beitrag, aber… mal ehrlich, wer ist denn aktuell schon mit 2020 durch? Das war ein besonderes Jahr, um es mal ganz sachlich zu sagen. Ich habe auf der einen Seite sehr viel Zeit zum Lesen gehabt und auf der anderen Seite doch wieder nicht. Vom Gefühl her habe ich mehr Filme und Serien gesehen – und geschrieben. Dennoch komme ich auf stolze 66 Bücher – auch wenn Buch Nummer 66 am 31. Dezember nicht ganz ausgelesen gewesen ist. Zu diesen 66 neuen Büchern komme einige Re-Reads, die ich wie üblich nicht mitgezählt oder notiert habe. Hier folgt nun eine nicht alphabetisch oder sonst wie hierarchisch geordnete Liste der Autoren, die mein Lesejahr 2020 entscheidend beeinflusst haben:

Philip Pullman

Ich brauche ja immer eine gewisse Vorbereitungszeit, wenn es um Buchreihen geht… und wenn die Bücher dann auch noch dicke Fantasyschinken sind, dann schleiche ich da auch gerne mal jahrzehntelang drumherum. In diesem Jahr habe ich dann aber endlich den ersten Teil der His Dark Materials-Trilogie mit in den Sommerurlaub (keine Sorge, es ging nur nach Bayern) genommen. Und ich bin zu dem Schluss gekommen: Philip Pullmann fetzt. Und wie dieser Mann fetzt. Eine Trilogie zu schreiben, die keine reine Parodie ist, aber sich doch auf eine unterschwellig humorvolle Art und Weise mit christlich gefärbten Fantasyklassikern wie C.S. Lewis‘ Chroniken von Narnia oder auch Tolkiens Herr der Ringe-Universum auseinandersetzt und dabei noch eine eigene Story raushaut… das muss man auch erstmal bringen. Ich bin mehr als nur ein bisschen begeistert von dem Worldbuilding, den vielschichtigen Figuren, der liebevoll auserzählten Nebenhandlung und überhaupt dem Konzept von His Dark Materials.

H.G. Wells

Wer meine (nicht so zahlreichen) Blogeinträge aufmerksam verfolgt hat, der kann sich vielleicht daran erinnern, dass ich im Frühling/ Sommer eine Phase hatte, in der ich mich durch drei der bekanntesten Werke von H.G. Wells gelesen habe: Die Zeitmaschine, Die Insel des Doktor Moreau und Der unsichtbare Mann. Alle drei Geschichten sind mir gleichermaßen gut in Erinnerung geblieben und das ist für mich ein Beweis dafür, dass ich irgendwie beeindruckt bin. Ich vergesse nämlich auch ganz gerne mal die Handlung eines Romans und erinnere mich im Endeffekt nach ein paar Wochen nur noch an die Ausgangssituation. Als wäre mein Gehirn ein Speicher für Buchrückentexte und nicht für ganze Geschichten. Wells und seine Sci-Fi-Erzählungen haben es also geschafft, sich bis ins Langzeitgedächtnis durchzuschlagen. Dafür ein herzhaftes Yeah!

Vladimir Nabokov

Ich habe in diesem Jahr kein einziges Buch von Nabokov neu für mich entdeckt, aber meine Gedanken kreisen dennoch seit Monaten um diesen Mann. Das ist meine eigene Schuld, weil ich mir sowohl den Roman Lolita als auch die Erzählung Der Bezauberer als Thema für meine Abschlussarbeit gewählt habe. Und ich bereue nichts! Zu der mehrmaligen Lektüre von Nabokovs Werken kommen dann auch noch etliche Werke über Nabokov hinzu, etwa: Die schöne, böse Welt des Vladimir Nabokov von Michael Maar, Keys To Lolita von Carl. R. Proffer oder Graham Vickers‘ Chasing Lolita – How popular culture corrupted Nabokov’s little girl all over again. All das sind kleinere Highlights aus der Schublade Fachlektüre, die wohl kaum irgendjemand unbedingt lesen möchte, der nicht gerade eine literatur- oder medienwissenschaftliche Analyse von Lolita anstrebt.

E.L. James

Spürt ihr sie auch? Diese Fallhöhe. Hach. Nabokov und E.L. James in einem Atemzug zu nennen, das ist irgendwie daneben, aber beide Autoren haben mein Jahr 2020 auf ihre Art bereichert. Rund zehn Jahre nach dem Hype um Christian Grey und Anastasia Steele habe ich mich dann auch mal an die Fifty Shades Of Grey-Trilogie herangewagt… und mich gegen eine Rezension entschieden. Weil… ja, ich habe da nichts zu sagen, was nicht schon gesagt worden wäre. Ich möchte diese Bücher niemanden empfehlen – aber es ist auch absolut sinnlos, die Welt davor zu warnen, denn ich glaube nicht, dass irgendjemand zufällig oder ahnungslos an dieses Machwerk gerät. Auch hier gilt: Ich bereue nichts. Und ich verspüre immer noch einen gewissen Groll dafür, dass die Autorin sich einerseits für nichts zu schade war und andererseits über drei Bücher hinweg eine Analsex-Szene angeteasert hat, die dann doch nie geschrieben wurde. Und ich kann selbst nicht glauben, dass ich darüber enttäuscht bin. Vielleicht steckt nach dieser Leseerfahrung auch in mir eine kleine Masochistin, weil mich das Fehlen dieser Szene wirklich stört? Vielleicht finde ich es aber auch einfach nur unmöglich, seitenweise über so etwas zu debattieren und dann nicht abzuliefern!

Fernab von diesen Autoren, die besonders hervorgestochen sind, habe ich in diesem Jahr den Verbrecher Verlag für mich entdeckt und viele tolle, aber leider weniger bekannte, deutsche Autoren gefunden! Einige dieser Bücher habe ich rezensiert – andere werde ich hoffentlich noch rezensieren, wenn ich mich wieder dazu aufraffen kann, hier ein bisschen mehr „Content“ zu produzieren.

Frohes neues J-… ach nee, frohen 6. Februar und so!

Leseliste: Winterlektüre

Leseliste: Winterlektüre?

Winterlektüre – gibt es so etwas überhaupt? Es gibt Weihnachtsfilme, Weihnachtsmusik und es gibt zweifelsfrei auch weihnachtliche Bücher, aber gibt es Bücher, die nicht per se eine weihnachtliche Stimmung verbreiten, sondern einfach irgendwie „winterlich“ sind und sich zwischen November und Februar vermeintlich besser lesen lassen als im Hochsommer? Ähnlich wie bei meiner Leseliste Sommerlektüre vertrete ich nicht die Meinung, dass man sein Leseverhalten (oder generell sein Konsumverhalten) irgendwie von der Jahreszeit abhängig machen sollte… es kann nämlich auch enorm wohltuend sein, sich ein bisschen Sommer im Dezember oder Weihnachten im Juli zu gönnen. Trotzdem möchte ich hier und heute den Versuch unternehmen, ein paar Bücher vorzustellen, die irgendwie „Winterlektüre“ sind oder sein könnten.

Die Bridget Jones-Reihe von Helen Fielding

Die Filme um die britische, tollpatschige Bridget, die auf der Suche nach ihrem Mr. Darcy selbstauferlegte Diäten und zahlreiche andere zwischenmenschliche Katastrophen durchmachen muss, werden nicht umsonst jedes Jahr an Weihnachten ausgestrahlt. Bridget Jones ist der Prototyp der sympathischen Protagonistin von Romanen, die wohl hauptsächlich ein weibliches Publikum ansprechen sollen. Ganz selten einmal finde ich diese Frauen, die auf der Suche nach der ganz großen Liebe sind und sich dabei selbst nichts als Probleme machen, wirklich liebenswert, aber Bridget Jones hat mich – wie Millionen andere irgendwie überzeugt. Die Bücher sind genau wie die Filme ganz furchtbar warmherzig und detailverliebt und irgendwie originell, obwohl es tausende Protagonistinnen wie Bridget gibt – nur ist einfach keine so gut gelungen.

Das Gespenst von Canterville von Oscar Wilde

Eine amerikanische Familie bezieht ein altes, englisches Herrenhaus und stürzt den ortsansässigen Geist mit ihrem fehlenden Aberglauben in eine Sinnkrise par excellence. Was ist ein Gespenst noch wert, wenn es niemandem mehr Angst und Schrecken einjagen kann? Wofür ölt man seine Ketten denn jahrzehntelang nicht, wenn es niemanden interessiert, wer da nachts stöhnend und ächzend über die Flure zieht? Die Erzählung von Oscar Wilde ist eine ziemlich zeitlose Geschichte, mit der meine Mutter mich so früh im Leben beschenkt hat, dass ich den Namen des Autors noch deutsch ausgesprochen habe, weil ich keine Ahnung hatte, dass der gute Herr Wilde aus Irland stammt…

Das Gespenst von Canterville strotzt vor lustigem Grusel, gespenstischer Frustration und… Liebe. Es ist keine Geistergeschichte im Sinne von Charles Dickens Weihnachtsgeschichte, aber trotzdem lösen die beiden Erzählungen bei mir ein ähnlich behagliches Gefühl aus. Deswegen preise ich das hier auch als die nicht-weihnachtliche, sondern winterliche Alternative zu Dickens an.

Liebling, ich habe die Katze getötet von Dorota Maslowska

Dieser Roman spielt im Sommer. Und in New York. Aber er ist so durch und durch irre, dass man ihn aus Prinzip schon besser im Winter liest, um mit dem Irrsinn dieses Buchs mithalten kann. (Ganz stabil argumentiert, ich weiß schon… merkt man, dass mir diese Liste gewisse Probleme bereitet? Gar nicht, oder?)

Ich habe das Buch vor vier Jahren gelesen und ich kann die Handlung beim besten Willen nicht mehr zusammenfassen, aber ich weiß noch, dass ich geflasht gewesen bin. Am Anfang der Geschichte steht die Freundschaft von zwei jungen Frauen in New York, die sich irgendwie ganz gut miteinander verstehen, weil sie beide so ein bisschen unglücklich und verzweifelt sind, obwohl es ihnen eigentlich bestens geht. Dann findet eine von ihnen das große Glück, die große Liebe, bla… und… ja, dann eskaliert alles sehr schnell. Oder auch nicht. Man weiß es nicht so richtig. Ich merke gerade, ich muss das Buch dringend nochmal lesen.

Krabat von Otfried Preußler

… und das ist auch wieder so ein Buch, das ich definitiv nochmal lesen muss. Krabat ist für mich in der fünften oder sechsten Klasse tatsächlich Schullektüre gewesen und darüber bin ich damals wie heute froh. Die Geschichte von der Mühle und ihrem mysteriösen Meister, in der sich die Jungen, unter ihnen Krabat, drei Jahre abarbeiten und dabei sehr strenge Regeln befolgen müssen, um nicht das Leben zu verlieren, ist einfach packend. Es mag an der Verfilmung liegen, aber ich muss nur das Wort Krabat hören und ich sehe direkt weite,karge Felder und die eingeschneite Mühle vor mir, die vielleicht nur von einem grimmigen, alten Mann, möglicherweise aber doch vom Teufel selbst betrieben wird. Ich würde die Hand dafür ins Feuer legen, dass Krabat nicht nur elfjährige, potenziell leicht zu beeindruckende Leser in seinen Bann ziehen kann, sondern einfach ein verdammt gutes, magisches, düsteres Buch ist. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass der Jahreswechsel ein sehr entscheidendes Datum in der Geschichte gewesen ist… und diese inhaltliche Ausrichtung auf die Neujahrsnacht ist ja wohl Grund genug, um den Roman auf die Liste hier zu packen.

Alles, was wir geben mussten von Kazuo Ishiguro

Kann man immer lesen, wenn man bereit ist, sich ein bisschen bedrückt zu fühlen. Zufälligerweise ist auch dieses Buch mal fast zur Schullektüre für mich geworden. Wir durften uns eine englischsprachige Dystopie aussuchen und aus Gründen, die nicht überliefert sind, hat mein Kurs sich gegen Alles, was wir geben mussten (Originaltitel: Never Let Me Go) und für Brave New World entschieden. Ich habe mir das Buch aus Prinzip dann natürlich trotzdem gekauft – zwar auf Deutsch, aber dennoch.

Die Geschichte um das merkwürdige Internat Hailsham, in dem Kinder leben, die in dem Wissen aufwachsen, dass sie etwas Besonderes sind, liest sich eher harmlos an und haut dann doch komplett rein. Zuerst fühlt es sich nur ein bisschen komisch an von einer Schule zu lesen, in der so großen Wert darauf gelegt wird, dass die Kinder kreativ sind und Kunstwerke erschaffen, aber dann spitzt sich die Grundidee dieser ach so heilen Welt um Hailsham herum derartig zu, dass man es kaum glauben will. Ich habe selten eine Dystopie gelesen, die sich so anschleicht. Der Panther unter den dystopischen Romanen, wenn man so will.

Und ich weiß, seitdem der Autor den Literaturnobelpreis erhalten ist, muss man ihn entweder in den siebten Himmel hochloben oder überbewertet finden, aber… ja, ich hype tatsächlich nur dieses Buch von ihm. Mit Was vom Tage übrig blieb habe ich mich über Wochen hinweg gequält und seitdem habe ich nichts mehr von ihm gelesen. Dann kam diese Sache mit dem Literaturnobelpreis und mittlerweile bin ich ein bisschen ratlos… möchte ich mehr von ihm lesen? Möchte ich das nicht? Oder lese ich einfach immer und immer wieder Alles, was wir geben mussten, um auf Nummer sicher zu gehen? (Ich bin an dieser Stelle ganz offen für Vorschläge von nicht zu begeisterten Lesern, die vielleicht einen ähnlichen Zwiespalt leben, was Ishiguero betrifft.)

Enfant Terrible

Oskar Roehler: „Enfant Terrible“ (2020)

Ob es wirklich sinnvoll ist, sich einen biographisch anmutenden Film über Rainer Werner Fassbinder anzusehen, ohne einen einzigen Fassbinder-Film gesehen zu haben? Fraglich, fraglich, aber irgendwie haben mich das Plakat und die Prämisse von Enfant Terrible trotzdem angesprochen. Ein Biopic. Episodisch. Zartheit, Tragik und Exzess wurden in den kurzen Beschreibungen und den ersten Kritiken versprochen… und die Information, dass Désirée Nick mitspielt, war für mich als Trash-TV-Kennerin dann irgendwie nochmal die Kirsche auf der Torte. Ich musste den Film einfach sehen.

Neben Nick, die ich als Schauspielerin bisher nicht so ganz seriös bewertet habe, ist die Besetzung von dem Film ziemlich… hochkarätig, kann man wohl sagen. Und irre durchmischt. Fassbinder selbst wird von Oliver Masucci verkörpert, der für Er ist wieder da vor einigen Jahren Adolf Hitler gemimt hat und in der deutschen Netflix-Hype-Hit-Serie Dark auch einen ganz bleibenden Eindruck hinterlässt. Enfant Terrible versammelt mit Jochen Schropp, einem Moderator, den ich persönlich eigentlich nur aus dem Privatfernsehen kenne, Katja Riemann, Wilson Gonzalez Ochsenknecht (den ich seit den Wilden Kerlen nicht mehr auf der Leinwand gesehen habe, ich habe leise aufgeschrien, als er aufgetreten ist, gar nicht peinlich oder so, ich war geschockt), Frida-Lovisa Hamann (Charité!) und zwei Dutzend bekannter Gesichter wirklich eine Reihe an Schauspielern, die ich so gedanklich nie zusammengebracht hätte. Die Konzeption des Films als ein Mischwesen aus Theater und Film (keine Außenaufnahmen, teils gemalte Kulissen) tut sein Übriges für den abgefahrenen Gesamteindruck.

Es ist einer von diesen Filmen, die eigentlich eine ausdrückliche Warnung für von Epilepsie betroffene Zuschauer voranstellen müssten. Aber dieser Film warnt nicht, er zieht einfach durch. Die meiste Zeit über wird Deutsch gesprochen, aber wenn dann doch ins Französische oder Englische gewechselt wird, dann gibt es keine Untertitel. Auch der teils echt großartige und intensive bayrische Dialekt wird nicht untertitelt. Man ist ja eben doch nicht beim Privatfernsehen, obwohl Nick und Schropp über weite Teile des Films immer wieder präsent sind.

Auch jenseits von Kulisse und Optik und Besetzung haut Enfant Terrible auf der inhaltlichen Ebene ziemlich rein. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal im Kino so viel gelacht habe. Es lag nicht immer (nur meistens) daran, dass der Film witzig war – manchmal war das Lachen auch ein Ausdruck von Verzweiflung. Wer dazu neigt, sich schnell persönlich angegriffen zu fühlen, der sollte sich diesen Film vermutlich sparen. Er ist widerlich, herrlich widerlich, irrsinnig lustig und politisch unkorrekt wie wenig Dinge sonst, die man sich im deutschen Kino ansehen kann. Es sind keine Witze, die unter die Gürtellinie gehen, denn fast niemand macht Witze, man ist einfach nur überdreht und schämt sich für nichts. Das N-Wort fällt öfter als ich zählen konnte oder wollte. Die erotischen Szenen sind nicht schön oder ästhetisch.

Meine Erwartung/ Befürchtung, bei FSK 16 mehr als nur eine nackte Rückseite zu sehen, wurde übrigens nicht erfüllt: Man sieht keine Genitalien. Man sieht, falls ich mich richtig erinnere, nicht einmal ganz nackte, weibliche Oberkörper. Das ist aber auch echt nicht nötig. Mit 13 oder 14 kann und will man so einen Film nicht handeln. Brüste hin oder her.

Besonderes, emotionales und musikalisches Highlight des Films: Die NDW-Musik. Der Film spielt in einer Zeit, in der man Joachim Witt ohne Ironie und ohne Nostalgie gehört hat. Der goldene Reiter mal ganz frisch. Und mit Leo-Print, aber wenn ich jetzt anfange, mich hier über die Garderobe des Films auszulassen, dann finde ich gar kein Ende.

Enfant Terrible lohnt sich. Wenn man über zwei Stunden angebrüllt werden will. Von den Schauspielern, den Farben und dem eigenen, politischen Bewusstsein aus dem Jahr 2020.

Überzogene, deutsche Filmkunst mit viel Konzept – muss man nicht unbedingt zweimal gucken, aber wenn schon, dann auf die große Leinwand gezogen, damit das Laute und Grelle auch nicht verloren geht.

Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien

Bettina Böhler: „Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien“ (2020)

Ich weiß manchmal nicht, ob ich es schade finde, weil ich zu jung bin, um mich bewusst an Schlagzeilen über die Hochzeit schillernder Persönlichkeiten wie Christoph Schlingensief, Christo oder Joseph Beuys zu erinnern oder ob ich sehr viel Glück habe, weil ich jetzt die Chance habe, die großartigen Biopics zu sehen, mit denen diesen Künstlern nachträglich ein Denkmal gesetzt wird.

Der Film von Bettina Böhler ist einer von diesen extrem angenehmen und doch anstrengenden Filmen, der ohne Stimme aus dem Off oder sperrige Überleitungen auskommt, sondern stattdessen die Hauptperson für sich selbst sprechen lässt – und dabei derartig auf Tempo gecuttet ist, dass man mit einem leichten Schwindelgefühl den Kinosaal verlässt.

Vor dem Kinobesuch wusste ich rein gar nichts über Schlingensief, was ich nicht der kurzen Filmbeschreibung im Flyer entnommen hätte. Nicht einmal das Gesicht kam mir bekannt vor, aber gut, der Mann ist auch bereits 2010 verstorben und 2010 waren die einzigen Künstler, die ich kannte, die Leute, die im Kunstunterricht besprochen wurden. Oder die in irgendwelchen Museen ausgestellt haben, in die mich meine Eltern verschleppt haben. Nach dem Film habe ich nun immerhin das Gefühl, einen groben Überblick bekommen zu haben. Und ich fühle mich, ganz wie der Zusatztitel In das Schweigen hineinschreien es verspricht, auch wirklich ein bisschen angebrüllt. Aber auf eine gute Art.

Ich habe hier nicht mehr viel zu sagen, weil man den Inhalt unmöglich adäquat zusammenfassen kann. Gibt es Handlung? Na ja, es ist eben doch irgendwie eine Biographie, also ganz klares Jein. Gibt es Konfro? Ja, herrlich viel Konfro. Ich hatte Spaß – und ein bisschen Kopfschmerzen. Aber eine 130 Minuten lange Achterbahnfahrt hätte sicherlich einen weitaus übleren Effekt gehabt. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Von Masken und Menschen

Von Masken und Menschen

Die aktuelle Situation bringt ja immer mal wieder so einige Grundsatzdiskussionen und absurde Regelungen mit sich, aber kaum ein Thema war in den letzten Monaten in den Medien und auch in privaten Gesprächen so dauerhaft präsent wie der Mund-Nasen-Schutz. Masken sind Accessoires, modische Statements oder Einweg-Produkte, je nachdem wie umweltfreundlich man sich präsentieren möchte. Sie treten in allen Farben und Materialien auf und sind manchmal eigentlich Schals oder T-Shirt-Säume.

Für mich und meine Schwäche in Sachen Gesichtserkennung sind die Masken auf der einen Seite ein neues Hindernis, aber auf der anderen Seite auch eine Art Segen, denn es geht  gefühlt zum ersten Mal allen Menschen so wie mir. Man überlegt im Supermarkt zweimal, ob sich hinter der hellblauen Maske die Nachbarin verbirgt; ob das ein bekanntes Gesicht ist, das da halb in einen Schal eingewickelt wurde oder ob die Mutter einer Schulfreundin eine von diesen massiven Bauarbeitermasken aufgetrieben hat. Das Grußverhalten der Menschen ist generell entschleunigt – und überhaupt ist „Ich hab dich nicht gleich erkannt“ plötzlich ein Satz, den man einfach so sagen kann. Da kommt dann verständnisvolles Nicken, so ein bisschen Schimpfen über die blöden, aber notwendigen Maskierungen und ein Lächeln, das man nur in den Augen erkennen kann. Ich habe seit Monaten niemandem mehr erklären müssen, dass ich „nicht so gut“ mit Gesichtern bin – das liegt einmal natürlich daran, dass ich in dem letzten halben Jahr deutlich weniger unterwegs gewesen bin als sonst, aber dann liegt es eben auch an den Masken.

Letzte Woche bin ich dann bei der Arbeit erstmalig wieder in die Verlegenheit gekommen, dass ich erkannt wurde, aber nicht wusste, wer mich da erkannt hat. Es war eine Frau, die an zwei Tagen hintereinander im Kino gewesen ist. Am ersten Tag saßen wir im Kinosaal in derselben Reihe, am Platz ohne unsere Masken, wir haben uns freundlich begrüßt, weil man eben einen netten Umgang pflegen kann, wenn einen zwei Meter Abstand trennen und man jeweils alleine in einen Film geht – am zweiten Tag stand ich hinter Maske und Plexiglas  an der Kasse und sie fragte mich ganz freundlich, wie ich den Film gefunden hätte. Und da hatte ich dann meinen ersten Aussetzer und musste mich entschuldigen, weil ich sie nicht einordnen konnte. Nach ein oder zwei Minuten hatte ich dann den entsprechenden Geistesblitz und ihre Reaktion war auch sehr verständnisvoll – wie sollte ich sie denn auch erkennen, wenn sie gerade ihre Maske trägt und ich täglich so viele Menschen sehe? (So viele sind es nicht, aber ich habe da mal nicht widersprochen.)

Ich kann zwar sowieso nicht behaupten, dass es mir schon mal jemand ernsthaft übel genommen hat, dass ich ihn oder sie nicht zeitig erkannt habe, aber ich bilde mir trotzdem ein, dass der Alltag mit Maske einen neuen Level von Verständnis mit sich bringt. Mein klassisches Zögern kann von den meisten Menschen langsam eher nachvollzogen werden, auch wenn es natürlich immer noch die Leute gibt, die nichts und niemand aufhalten kann und die einen auch spontan richtig einordnen können, wenn man Sonnenbrille und ein rosafarbenes Stück Stoff anstelle von Augen, Nase und Mund präsentiert.

Eine Sache, die neben dem „Wiederkennen“ für mich mit den Masken erschwert wird, ist das Schätzen von dem Alter einer anderen Person. Wenn an der Kasse eine Familie vor mir steht, dann muss ich noch genauer als sonst fragen, mit wie vielen Kindern und wie vielen Erwachsenen ich es zu tun habe, weil ich gerade bei groß gewachsenen Kinder und nicht ganz so groß gewachsenen Erwachsenen nicht mehr klar sagen kann, ob jemand 12 oder 32 Jahre alt ist. Das klingt wie ein sehr extrem gewähltes Beispiel, aber ich habe erst neulich eine Gruppe von sieben Personen komplett falsch eingeordnet und zwei Mütter für Kinder gehalten… das war auch schön peinlich.

Ich will hier nun gar keine Prognose für die Zukunft abgeben, aber ich denke, die Masken werden uns gerade im öffentlichen Personennahverkehr und im Supermarkt noch eine ganze Weile erhalten bleiben. Meine Hoffnung ruht darauf, dass die Einweg-Maske irgendwann ausgedient hat und Masken eine ähnlich lange Lebenszeit wie andere Kleidungsstücke haben werden, sodass man irgendwann weiß, bei wem man mit welcher Musterung rechnen muss. Dann kann man sich fortan merken, welche diversen Muster von wem bevorzugt werden und am Bahnhof nicht nach der Freundin mit dem markanten Wintermantel, sondern mit dem Mund-Nasen-Schutz in Regenbogenfarben oder politischer Message Ausschau halten. Und für so eine Welt wäre ich ja sogar ein bisschen zu haben.

Berlin Alexanderplatz

Burhan Qurbani: „Berlin Alexanderplatz“ (2020)

Ich habe mit dem Gedanken gespielt, einen Doppelbeitrag zu schreiben, in dem ich den Roman von Alfred Döblin und die filmische Interpretation von Burhan Qurbani nebeneinanderstelle und rezensiere… aber ich habe – Schande über mich – den Roman nicht gelesen und er steht nicht einmal in meinem Regal mit den ungelesenen Büchern. Bin ich also überhaupt kompetent genug, um diesen Film zu bewerten? Man weiß es nicht, aber ich finde, wenn ich mir drei Stunden deutsches Kino, das den künstlerischen Anspruch haben will, angucke, dann kann ich da auch was mit machen.

Berlin Alexanderplatz war eine Erfahrung. Das wusste ich vorher. Leider habe ich so viel Gutes über den Film gehört, dass meine Erwartungen ein bisschen zu hoch gesteckt waren und ich kann leider nicht behaupten, dass sich diese 183 Minuten nicht nach 183 Minuten angefühlt haben. Eine richtige „Sogwirkung“ hat der Film für mich auch nicht entwickelt. Aber ich habe mich auch nicht gelangweilt. Nur wären zwei Stunden für mich auch genug gewesen.

Berlin Alexanderplatz ist in fünf Kapitel und einen Epilog aufgeteilt und erzählt die Lebensgeschichte von Francis. Francis kommt als Flüchtling nach Deutschland und möchte „gut“ sein und ein „anständiges Leben“ führen. Die Flashbacks, in denen man Einblicke in Francis‘ Prä-Berlin-Leben erhält, sind für mich eines der Highlights des Films, weil sie ohne irgendwelche langen Dialoge oder richtige Erklärungen auskommen. Sie sind grell, überhaupt glänzt der ganze Film immer wieder im Neon-Großstadt-Licht, und einleuchtend, obwohl man wirklich oft einfach nur Francis und einen riesigen Bullen sieht, der an das Opfertier am Ende vom Apocalypse Now erinnert, sodass ich für meinen Teil die ganze Zeit  gehofft habe, dass man nicht sieht, wie das arme Tier zerlegt wird.

Der Darsteller von Francis, Welket Bungué, leistet mit der Figur wirklich ganze Arbeit. Man kann den Schauspieler hinter Francis in keiner Sekunde sehen und ich als sprachfixierter Mensch habe mir die ganze Zeit den Kopf darüber zerbrochen, ob Welket Bungué eigentlich deutscher Muttersprachler ist oder flüssig Deutsch spricht oder ob er wirklich über einen ähnlich großen Wortschatz wie sein Charakter verfügt. Ich habe recherchiert und es ist sein erster deutschsprachiger Film, eigentlich ist im portugiesischen Kino aktiv. Allerdings lebt er seit einigen Jahren in Berlin. Geboren ist er wie sein Charakter Francis in Guinea-Bissau – und dabei handelt es sich nicht um einen Zufall, nein, der Regisseur hat die Schauspieler dazu angehalten, eine Biographie für ihre Rollen zu schreiben und bei dem Casting offenbar mehr als nur ein bisschen Interesse an seinem Projekt erwartet. Diese Mühen machen sich bezahlt, denn kaum eine der Rollen wirkt oberflächlich oder flach geschrieben. Meine persönlichen Highlights waren der gealterte Drogen-Boss Pums, gespielt von Joachim Król, und Francis‘ Nemesis/ Alter-Ego/ Kontrahent (ganz ehrlich, call it what you want, ich will mich hier nicht an einer Filmanalyse versuchen) mit dem schönen Namen Reinhold, gespielt von Albrecht Schuch, den ich in Systemsprenger noch so sympathisch fand und der hier formvollendet abstoßend ist. Was für mich nicht so richtig funktioniert hat, ist die Erzählstimme von Jella Haase, aber das liegt weniger an der Schauspielerin und mehr an meiner Wahrnehmung. Wenn ich versuche, ihre Rolle pseudo-objektiv zu beurteilen, dann war sie wahrscheinlich irgendwie gut gemacht, aber mich hat die Storyline zwischen Francis und Mieze mit am wenigsten abgeholt. Das ist die Lovestory, die irgendwie doch einen Ticken vorhersehbarer verlaufen ist als der Rest des Films und die für mich die Längen des Dreistünders ausgemacht hat.

Als jemand, der für die Uni auch durchaus mal Filmanalysen schreiben muss, sind einige Szenen und Ideen von Berlin Alexanderplatz einfach nur ein Fest – und ein kleiner Trigger. Wer sich auch nur etwas in Postkolonialismus eingelesen oder eingeguckt hat, der sieht den Film vermutlich auch immer ein Stück weit durch diese Schablone – und ich finde, das ist eine gute Sache, wenn ich im Kino sitze und teilweise sehen kann, mit welchen literarischen Vorlagen (neben der offensichtlichen)  und welchen Grundgedanken hier gearbeitet wurde. Gleichzeitig vermute ich, dass man den Film auch gut gucken kann, ohne dabei gedanklich zusammenzuzucken und an Heart Of Darkness oder Apocalypse Now zu denken. Man muss das ja nicht immer alles zusammendenken, aber ich sehe einen Film, der so viel will, immer ein bisschen mit diesem „wissenschaftlichen“ Blick. Deswegen ist die Länge des Films auch irgendwie fast tröstlich für mich, denn ich kann mir ganz sicher sein, dass ich in den drei Stunden nicht alles mitgenommen habe, was man mitnehmen konnte. Zugleich ist Berlin Alexanderplatz für mich einer dieser Filme, bei denen ich nicht sagen kann, ob ich sie gut oder schlecht finde. Schlecht, das ganz sicher nicht, aber wirklich gut? Auch irgendwie nicht. Es war interessant. Und ich bin froh, dass ich mich dann doch endlich aufgerafft habe und ins Kino gegangen bin. Aber absolut euphorisch bin ich dann auch nicht.

Eurovision Song Contest: The Story Of Fire Saga

David Dobkin: „Eurovision Song Contest: The Story Of Fire Saga“ (2020)

Nachdem ich heute bei dem 10-Stunden-Video von „Jaja Ding Dong“ gelandet bin, sehe ich mich irgendwie zu diesem Outing hier genötigt. Ich liebe den Eurovision Song Contest. Alles daran. Von der Pyrotechnik über die überdrehten Kostüme, die jedes Jahr gleich klingenden Euro-Dance-Mischungen, die unnötig langwierige Punktevergabe, die unzähligen Schnelldurchläufe und die bissigen Kommentare von Peter Urban. Ich gucke Best-Of-Videos auf YouTube, ich lese mir vorher die Prognosen durch, wer wohl wie gut abschneiden mag und ich markiere mir den Termin vom Finale im Kalender, damit ich an dem Abend nicht arbeiten muss. Ich bin also genau die Art Mensch für die Eurovision Song Contest: The Story Of Fire Saga produziert wurde… und ich liebe es. Ich bin absolut machtlos. Das diesjährige Ausbleiben der Europameisterschaft hätte mir nicht egaler sein können, aber um den ESC in Rotterdam tat es mir ehrlich leid. Ich habe mich sowohl an den Ersatzprogrammen der ARD als auch dem Raab-Verschnitt auf Pro7 versucht und es war… okay, aber einfach nicht dasselbe. Dann kam dieser Film. Und mein Herz ist geplatzt.

Bei Netflix-Produktionen kann man ja manchmal durchaus skeptisch sein, aber dieser Film ist Liebe pur. Er dauert rund zwei Stunden, aber keine Minute davon ist zu lang. Die Ausgangsstory ist relativ leicht erklärt: Da ist Lars, ein absoluter Eurovision-Hardliner, der davon träumt, einmal in seinem Leben sein Heimatland Island beim ESC zu vertreten und mit einem Sieg Eurovisionsgeschichte zu schreiben – und da ist Sigrid, seine Kindheitsfreundin/ große Liebe/ Seelenverwandte, die denselben Traum träumt. Durch eine unglaubliche Verkettung von Zufällen (man will nichts verraten, weil es einfach viel zu schön ist, um wahr zu sein) rückt dieser Traum dann auch in greifbare Nähe. Trotz Sigrids Gesangstalent und der Leidenschaft von Lars sind die beiden alles andere als Favoriten – aber das isländische Entscheidungskomitee weiß ja selber sehr gut, dass Island sowieso nicht gewinnen darf, weil man dann ja im Folgejahr den ESC ausrichten müsste und wo um Himmels Willen sollen diese Millionen Menschen, die dafür anreisen würden, denn im schönen, beschaulichen Island untergebracht werden? Und überhaupt, wer soll das alles bezahlen?

Der Film reiht alle ESC-Klischees aneinander: Der betont männliche, russische Kandidat, der auf den ersten und zweiten Blick irgendwie zwielichtig rüberkommt; die griechische Sex-Bombe und natürlich die Leute, die sich insgeheim eigentlich zu cool für Eurovision fühlen und alles sehr professionell und steril angehen. Das sind Stereotypen wie man sie jedes Jahr wieder erleben kann – aber so schön und liebevoll komprimiert wie in diesem Film findet man sie nirgendwo.

Was den Film zu einem absoluten Muss für ESC-Liebhaber macht, ist natürlich der Soundtrack. Da wird nichts verschenkt. Die Musikszenen bekommen angemessen viel Raum in dem Film und tragen ganz erheblich zu dem ESC-Feeling bei. Auf der reinen Handlungsebene gibt es auch ein paar grandiose Momente (Elfen, ich sage nur Elfen als Running Gag!), aber die Musikszenen sind die Herzstücke. Ja, Mehrzahl, denn da gibt es definitiv mehr als ein Herzstück.

Für eine Szene mit einem ESC-Greatest-Hits-Riff-Off wurden sogar ein paar ESC-Gewinner/Ikonen der letzten zehn Jahre aufgefahren. Und ja, jetzt kommt das Name-Dropping, ich kann mich nicht bremsen: Alexander Rybak (Norwegen, Gewinner von 2009), Loreen (Schweden, Gewinnerin von 2012), Conchita Wurst (Österreich, Gewinner(in) von 2014) und Netta (Israel, Gewinnerin von 2018) – und das sind nur diejenigen, die ich auf den ersten Blick erkannt habe!

Doch auch die Eigenkompositionen für den Film haben es in sich… ehrlich gesagt, der Soundtrack ist ein Brett und man kann nur davon träumen, dass diese Lieder beim ESC 2021 in irgendeiner Form das Pausenprogramm darstellen werden. Hier wird alles geboten, vom witzig-pseudo-erotischen „Lion Of Love“ bis zu „Come And Play – Masquerade“ (die weibliche Fassung von Pseudo-Erotik, nicht zu verwechseln mit dem „Masquerade“-Song des ESC-Teilnehmers Eric Saade!) über emotionale Hymnen wie „Husavik (My Hometown)“… hach, ich könnten stundenlang schwärmen. Für den Euro-Dance-Moment sorgen die Kompositionen von Lars (gespielt übrigens von Will Ferrell, der diese Rolle lebt) mit den berauschenden Titeln „Double Trouble“ und „Volcano Man“. Es ist ikonisch, muss ich mehr sagen? Ja, ich muss mehr sagen. Denn der heimliche Siegertitel der Herzen ist eindeutig „Jaja Ding Dong“ – ein Nonsens-Schlager-Hit mit zweideutigem Text, der von der Fan-Community des Films, die sich in den letzten Wochen fest etabliert hat, als der Sommerhit 2020 gefeiert wird. Netflix hat auf die Wünsche der Fans reagiert und die besagte 10-Stunden-Version des Liedes auf YouTube veröffentlicht. Dieses Video hat über eine halbe Million Aufrufe… und können sich so viele Menschen wirklich irren? Ich denke nicht. Ich höre dieses Video seit beinahe einer halben Stunde und ich bin gerade erst so richtig angekommen. Eventuell hat die Hintergrundmusik marginalen Einfluss auf die Qualität dieser „Rezension“, aber ich bin mal kurz ehrlich mit mir selbst… das hier ist keine richtige Rezension, es ist schlichtes Fangirling und ich setze einen Punkt.

Kleine Anmerkung zur Besetzung: Falls es für irgendjemanden ein Qualitätsmerkmal ist… für den Spaß haben sich sowohl Demi Lovato, Graham Norton, Rachel McAdams als auch Pierce Brosnan hergegeben. Wobei… Letzterem unterstelle ich seit den Mamma Mia-Filmen auch einfach, dass er ein ehrlicher Fan ist. Von ABBA – und ABBA ist ja auch irgendwie ein Stück vom ESC, das natürlich auch im Film nicht vergessen wird. (Durch Pierce Brosnan in der Rolle von Lars Vater, einem Anti-ESC-Fan, bekommt der Film so einen Hauch von Crossover. Die Metaebene ist halt da, wenn man sie sehen will.)

Dieser Film ist ein Denkmal für den Eurovision Song Contest. Wer den ESC liebt, wird hier glücklich. Wem beim Stichwort ESC eher ein leichter Schauer über den Rücken geht, der wird durch den Film auch kein Fan von dem Konzept einer irrsinnigen, internationalen Musik-Show. Ich habe gleich mehrfach Tränen in den Augen gehabt und laut aufgelacht. Und ich habe mich wochenlang zusammengerissen und nun bin ich doch hier und schreibe diesen Text. Weil dieser Film mich einfach nicht loslässt und ich aufrichtig befürchte, dass es mein Film-Highlight des Jahres sein wird. Das spricht nicht für mich – oder für das Kinojahr 2020.

Come fight me. Oder besser nicht. Ich weiß, dass ich hier nicht objektiv bin… aber muss ich ja auch nicht sein. Keep Calm And Listen To Jaja Ding Dong!

Master Cheng in Pohjanjoki

Mika Kaurismäki: Master Cheng in Pohjanjoki (2020)

Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal ein Quartal lang überhaupt nicht im Kino gewesen bin. Der letzte Film, den ich auf der großen Leinwand gesehen habe, waren die Känguru-Chroniken Anfang März… und für den Wiedereinstieg habe ich mir mit Master Cheng in Pohjanjoki nicht unbedingt ein Highlight ausgesucht, aber zumindest einen sehr entspannenden Film. (O-Ton meiner Begleitung: „Wie ein langer, ruhiger Fluss.“)

Die Ausgangssituation ist schnell erklärt: Cheng und sein Sohn sind auf der Suche nach „Fongtron“ und landen dabei in einer Kleinstadt in Lappland. Durch die Stammkunden und die Inhaberin eines kleinen Restaurants, in dem es tagaus tagein Wurst gibt (wahlweise mit Soße oder ohne) finden Vater und Sohn Anschluss. Auf der scheinbar aussichtslosen Suche nach dem ominösen „Fongtron“ soll jeder Stein umgedreht werden – und ganz nebenbei wird Cheng in den Restaurantbetrieb eingebunden und beglückt die läppischen Kleinstädter – zunächst nur die besonders mutigen, alten Männer – mit der chinesischen Kochkunst. Ganz nebenbei verliebt er sich natürlich so ein kleines bisschen in die schöne, blonde Sirrka, die Inhaberin des Restaurants, die ihn so herzlich aufgenommen hat.

Von der reinen Spannungskurve her kann der Film ehrlich gesagt so gar nicht überzeugen, denn es kommt nahezu keine Spannung auf. Leider wird viel zu früh geklärt, wer oder was „Fongtron“ ist und viel mehr Rätsel will der Film dann auch nicht aufgeben. Die Liebesgeschichte war für meinen Geschmack ein bisschen zu kitschig und erst zu langsam und dann am Ende komischerweise doch zu schnell in der Entwicklung. Ich weiß auch nicht, da hat der Film mich wirklich nicht abgeholt.

Glänzend gemacht sind allerdings die Nebenfiguren: Alte, finnische Männer, die bereit sind, an die Heilkraft von Rentier mit Kräutern glauben, es nicht aufgeben, vom „rennenden Tier“ anstatt vom Rentier zu sprechen und den hilflosen Cheng in die Sauna schleppen. Inklusive Selbstgeißelung mit Zweigen. In den Momenten, in denen der Film versucht, witzig zu sein, ist er das auch. Aber wenn man wie ich den Trailer gesehen hat, dann ist leider die Hälfte der Pointen schon ausgereizt worden… also den Trailer schenkt man sich lieber, wenn man ein bisschen herzhaft auflachen möchte. Ganz heißer Tipp.

Mein persönliches Highlight waren die unerwarteten musikalischen Momente – mit ihren teils (ungewollt?) hochkomischen, teils sehr poetischen Untertiteln.  Überhaupt gibt es in dem Film eine ganze Menge Untertitel, denn es wurden ausschließlich die Redeanteile der Finnen untereinander synchronisiert, während das gebrochene Englisch von beiden Seiten und die Unterhaltungen von Cheng und seinem Sohn auf Chinesisch aus der Originalfassung übernommen wurden. Dieses liebevoll erhaltene Misch-Masch von drei Sprachen finde ich sehr schön, aber ich bin auch generell für mehr Untertitel im Kino.

Master Cheng in Pohjanjoki ist definitiv kein Film, den man unbedingt im Kino oder überhaupt unbedingt gesehen haben müsste, aber er tut auch nicht weh. Und so ein paar chinesische Köstlichkeiten und Rentiere (lebende, in diesem Fall!) in freier Wildbahn über die Leinwand flimmern zu sehen, das ist dann eigentlich doch ganz nett. Mit seinem Minimum an Handlung und seinen 114 Minuten Laufzeit ist der Film für mich so um die zwanzig Minuten zu lang gewesen… aber wenn man im Kino sitzt, dann sitzt man. Und ich bin doch irgendwie ganz froh, einfach mal wieder dort gesessen zu haben.

Table 19 – Liebe ist fehl am Platz

Jeffrey Blitz: Table 19 – Liebe ist fehl am Platz (2017)

Hochzeiten, Taufen, Geburtstage und Beerdigungen zählen zu den Lieblingsschauplätzen von romantischen Komödien. Es gibt eher wenige Filme des Genres, bei dem keines dieser „sozialen Events“ irgendwie handlungstreibend ist. Manchmal schaffen es sogar alle „Lebensereignisse“ in einen einzigen Film. Ich glaube, Zwei an einem Tag wäre ein Beispiel dafür, dann auch wenn dort vielleicht nicht alle diese Events dargestellt werden, wird gestorben, geboren und geheiratet.  Da das hier irgendwie negativ klingt, stelle ich besser klar, dass ich wirklich gerne Rom-Coms gucke. Das ist so eine jugendliche Schwäche, die ich mir erhalten habe, genau wie Jugendbücher. Denn auch wenn es eindeutig bessere Filme gibt… manchmal muss ich auch Filme (und Serien) konsumieren wie Marie Kondo aufräumt und mich fragen: Does it spark joy?

Hier soll es um einen Film gehen, der in seinem Genre wirklich nichts Besonderes ist, aber mir trotzdem sehr viel Freude gemacht hat. Ich kann mir selber nicht erklären, wie Table 19 an mir vorübergehen konnte, denn im Jahr 2017 bin ich schon ziemlich aufmerksam gewesen, was Filmstarts und Trailer angeht… aber wenn ich bedenke, dass im deutschen Wikipedia auch kein Eintrag zu dem Film verzeichnet ist  – trotz recht prominenter Besetzung durch Anna Kendrick, Lisa Kudrow, Stephen Merchant und Tony Revolori, die man irgendwie alle von irgendwo kennt – dann vermute ich fast, dass der Film in Deutschland direkt auf DVD erschienen ist… oder einen ganz undankbaren Starttermin im Kino hatte.  

Das Setting von Table 19 ist eine Hochzeit. Nicht die Hochzeit von einem der Protagonisten und das macht es schon wieder so schön. Beinahe der gesamte Film, mit Ausnahme einzelner Szenen am Anfang und Ende, spielt auf dieser Hochzeit. Wer heiratet und in welcher Verbindung die einzelnen Protagonisten zum Brautpaar stehen, erfährt man über die erste Hälfte des Films hinweg verteilt, wodurch eine gewisse Spannung aufgebaut wird, weil man sich erstmal in das Beziehungsgeflecht reinfuchsen muss. Die Gemeinsamkeit der recht unterschiedlichen Hauptfiguren ist der titelgebende Table 19, der Tisch in der hinterletzten Ecke, der auf dem Sitzplan der Hochzeit mit „Randoms“ bezeichnet wird – eine schmeichelhafte Umschreibung dafür, dass dort die Leute sitzen, die man irgendwie gezwungenermaßen einladen musste, aber eigentlich nicht unbedingt sehen will.

Nach und nach kristallisiert sich heraus, dass die junge, hübsche Eloise (gespielt von Anna Kendrick) im Zentrum der Handlung steht und der Film fokussiert sich darauf, ihre Geschichte ein wenig ausführlicher zu erzählen als die der anderen „Randoms“ – aber wenn man bedenkt, dass bei romantischen Komödien gerne mal überhaupt keine Nebenhandlung stattfindet, dann muss man dem Film ein großes Kompliment dafür machen, dass er in der zweiten Hälfte trotz dieser Fokussierung auf Eloise keine der anderen Figuren aus dem Auge verliert. Am Ende des Films hat man das befriedigende Gefühl, dass alle Geschichten, die in der ersten Hälfte angerissen werden, auch ordentlich zu Ende erzählt sind. Überhaupt hinterlässt der Film ein gutes Gefühl bei seinen Zuschauern – und das ist bei Filmen, die sich explizit als romantische Filme vermarkten, für mich auch irgendwie der springende Punkt. Hier wird kein Mord aufgeklärt, kein politischer Konflikt ausgetragen, kein Thema thematisiert, das sonst auf der Kinoleinwand zu wenig Platz erhält, aber schön ist es trotzdem.

Meine Begeisterung mag auch ein bisschen darin begründet liegen, dass meine Erwartungen an den Film nicht besonders hoch gewesen sind und ich ihn eigentlich nur wegen der angenehmen Länge (etwas weniger als 90 Minuten, das war überzeugend, denn nichts ist schlimmer als eine Liebesgeschichte, die eine Stunde zu lang ist) und Anna Kendrick angesehen habe. Es ist natürlich nicht der beste Film mit Anna Kendrick und in Pitch Perfect oder A Simple Favor  blüht sie deutlich mehr auf, aber Table 19 weiß auch, was er an ihr hat, und lässt sie eher glänzen als Twilight oder Mike And Dave Need Wedding Dates. Wow. Ich merke gerade, wie lächerlich viele Filme mit Anna Kendrick ich gesehen habe. Ich schätze, ich bin ein Fan.

Die Frau und der Affe

„Die Frau und der Affe“ von Peter Høeg (1996)

Bei dieser Rezension weiß ich gar nicht, in welche Kategorie ich sie packen soll, denn es ist wirklich schwer Die Frau und der Affe irgendeinem Genre zuzuordnen. Es ist nicht Fantasy, es ist nicht wirklich Science-Fiction, es ist auch kein richtiger Thriller, es ist nicht mal wirklich mit dem Schlagwort Magischer Realismus zu fassen, obwohl es gefühlt Spuren von allem Möglichen enthält. Trotzdem ist das Buch nicht unentschlossen. Ich habe wirklich lange nichts mehr gelesen, das so reingehauen hat!

Ich habe gefühlt drei oder vier Mal während der gesamten Lektüre innegehalten und einen Satz immer und immer wieder gelesen, weil ich einfach nicht glauben konnte, dass das wirklich da steht! Also in Sachen unvorhersehbare Wendepunkte liegt dieses Buch ganz weit vorne. Da liest man Sätze, die man so einfach nicht hat kommen sehen. Und so wahrscheinlich auch nirgendwo sonst lesen kann. Es ist einfach alles unfassbar innovativ und so wenig abgeschmackt – mir fällt absolut kein Buch ein, das ich inhaltlich so richtig damit vergleichen könnte. Und das muss man ja auch erstmal schaffen.

Zur Ausgangssituation: Madelene, eine gebürtige Dänin, ist mit dem Engländer Adam Burden verheiratet, der bald schon der Direktor des angesehenen Londoner Zoos werden soll. Der Erfolg, der Reichtum und das gute Aussehen von Adam führen allerdings nicht dazu, dass Madelene in ihrer Ehe besonders glücklich ist. Sie trinkt – und das nicht zu knapp. Als eines Tages ein Menschenaffe auf der Bildfläche erscheint, mit dem Adam sich seinen zoologischen Weltruhm sichern will, gerät der apathische Alltag von Madelene außer Kontrolle.  

Auch auf der sprachlichen und stilistischen Ebene bin ich ziemlich überzeugt worden. Die Kapitel haben eine angenehme Länge, die Sätze genauso. Es gibt kein Gelaber, nichts an der Geschichte fühlt sich zu ausgeschmückt oder zu sparsam erzählt an. Es ist nicht melodramatisch, es ist nicht prätentiös, es haut einfach nur rein, da kann ich mich nur wiederholen.

Die Hauptfigur Madelene ist für den Leser oftmals ein bisschen schwer zu fassen, aber das macht sie nur umso interessanter. Sie weiß immer wieder zu überraschen und ist zugleich immer auf einem ähnlichen „Wissensstand“ wie der Leser, sodass man ihr gut durch die Handlung folgen kann. Viele der Figuren, die eigentlich doch relativ wichtig sind, lesen sich eher wie Nebenfiguren, aber das stört gar nicht, denn sie verkommen nicht zu Klischees oder handeln allzu durchschaubar. Die andere Titelfigur, der Affe, ist eine Nummer für sich und über ihn kann man kaum etwas sagen, ohne direkt zu viel zu verraten.

Eine absolute Leseempfehlung, mehr kann ich hier auch gar nicht mehr sagen. Ich weiß nicht, ob ich mich so bald wieder an den Autor wagen werde, denn immerhin ist Fräulein Smillas Gespür für Schnee auch irgendwie so ein Buch, das man vom Hörensagen kennt und gefühlt auch wieder gelesen haben muss… vielleicht gucke ich auch endlich mal Planet der Affen. Um ein bisschen beim Thema zu bleiben.